Web Sustainability Standards

Eine Website mit 10.000 Seitenaufrufen im Jahr produziert im Schnitt ca. 60 kg CO2

Das Internet bewegt sich bei der Erzeugung von CO2 immer noch unter dem Radar von vielen. Es wird so selbstverständlich verwendet, dass niemand wirklich darüber nachdenkt oder versucht Daten zu sparen. Doch das Internet wird immer größer und benötigt somit auch eine immer mächtigere Infrastruktur, die viel Energie verbraucht. Was kann man dagegen tun? Es gilt jetzt das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Websites datenarm und schlank erstellt werden müssen, um möglichst wenig CO2 zu verursachen. Um das zu gewährleisten, brauchen wir echte Standards, an denen Webdesigner sich orientieren können. Hier ein Vorschlag für Web Sustainability Standards:

Grünes Hosting 

Der erste Schritt zu einer nachhaltigen Website führt über die Verwendung eines nachhaltigen Hostings. Es gibt inzwischen viele Webhoster, die Strom aus erneuerbaren Energien beziehen. In Betracht gezogen können dabei auch Hostingangebote aus kühleren EU-Ländern wie z.B. Island oder Schweden. Denn dort muss für die Kühlung der Server nicht so viel Energie aufgewendet werden, was die Strecke der Datenübertragung schnell wieder wett macht.

Ressourcenschonendes Design

Besonders energiesparend ist die Verwendung eines dunklen Designs. Da dieses jedoch nicht zu jeder Marke passt und für viele noch sehr ungewohnt ist, kann alternativ ein Dark Mode angeboten werden.

Nachhaltige CMS und Shopsysteme

Bei der Auswahl von Content-Management-Systemen und Shopsystemen wird auf vieles geachtet, jedoch oft nicht auf die Nachhaltigkeit dieser Unternehmen. Dabei gibt es auch hier schon gute Alternativen. Kriterien sind dabei nicht nur Green Hosting und Ökostrom, sondern auch der Standort des Anbieters und seine Konformität mit der DSGVO.

Schlanke Websites

Viele Websites wachsen über die Jahre und erlangen dadurch eine gewisse Indexgröße. Doch oft wird keine explizite Indexhygiene betrieben, sodass viel unnötiger oder doppelter Content existiert. Die Reduzierung von unnötigen Content spart dabei nicht nur Speicherplatz, sie ist auch gut für die Suchmaschinenoptimierung.

Optimierung der Ladezeit

Die Ladezeit von Websites lässt sich durch den Einsatz von verschiedenen Verfahren optimieren. Ein guter Anfang ist das Lazy Loading von Bildern und Caching der Website. So wird sie schneller und es werden nicht unnötig viele Inhalte geladen.

Komprimierung von Dateien und Bildern

Es kommt leider immer noch häufig vor, dass Websitebetreiber ihre Bilder in Originalgröße hochladen und der Dateigröße keine Beachtung schenken. Dabei ist es wichtig, dass Dateien und vor allem Bilder in der richtigen Größe und mit einer guten Komprimierung hochgeladen werden. So wird wiederum enorm viel Speicherplatz und Energie gespart.

Datenschutzkonformität

Zum Standard sollte es gehören, dass alle Websites datenschutzkonform konzipiert werden und möglichst wenige Daten an Drittanbieter weitergeben. Eine cookiefreie Website ermöglicht eine bessere User Experience, da auf Cookiebanner und Co. verzichtet werden kann.

Beachtung von Copyrights

Im Internet gehört es fast schon zum guten Ton, dass Inhalte kopiert oder zumindest inhaltlich übernommen werden, um neue SEO-Texte zu verfassen. Doch dabei wird das Urheberrecht von vielen Autor:innen verletzt. Darum sollten Inhalte in Zukunft zitiert und nicht kopiert werden, sodass Autoren ihre Verfasserzeile und Quellenangaben bekommen. Auch bei Bildern wird das Copyright oft nicht beachtet, dabei gehört der Urheber immer direkt ans Bild.

Messung und Kompensation des übrigen CO2 Ausstoßes

Ist die Website erstmal gut schlank optimiert, bleibt nur noch, das restliche CO2 zu kompensieren. Doch dabei sollte man äußerst vorsichtig sein, denn es gibt nicht viele wirklich seriöse und kontrollierbare Unternehmen, die mit CO2 handeln. Besser ist es, in regionale Projekte zu investieren, bei denen man selbst auch gewährleisten kann, dass Versprechungen auch eingehalten werden.